Sie läuft wieder!

Und sie läuft weitaus besser wie erwartet.. Nachdem wir im Jahre 2012 schmerzhaft feststellen mussten wie unverzichtbar eine funktionierende Winde für unseren Luftsport ist, fasste der Vorstand des Vereins den Entschluss für mehr Ausfallsicherheit zu sorgen. Speziell bei Gastfluglagern ist eine funktionierende Infrastruktur unverzichtbar und so wurde im Jahr 2013 mit der Anschaffung eines vollständigen Ersatzmotors inklusive aller Nebenaggregate der erste Schritt getan. Unverhofft kam es dann zu einem attraktiven Angebot für eine komplette, aber seit Jahren nicht mehr in Benutzung gewesene Doppeltrommel-Winde.

Unser lieber Nachbarverein, der LVI Repke, nutze die Winde ebenfalls als Backup Variante nachdem eine neue und stärkere Dieselwinde ihren Dienst aufnahm. Da der Repker Verein auch über einen starken Motorsegler mit Schleppkupplung für den Segelflugschlepp verfügt wurde die Winde immer weniger genutzt und in den letzten Jahren auch nicht mehr zugelassen. Nach einigen kurzen Gesprächen waren sich die Vorstände einig und die Winde wurde mit freundlicher Unterstützung des Landwirtes Hartwig Severloh, der kurzfristig schweres Gerät zum Transport organisierte, nach Metzingen verbracht. Rechtzeitig zum Haxenessen am Saisonende 2013 konnten sich die Mitglieder ein Bild der neuen Errungenschaft machen. Doch nun begann für den zweiten Vorsitzenden, Stefan Nitt, die eigentliche Arbeit. Nach einer umfangreichen Bestandsaufnahme und dem vertraut machen mit dem neuen Motormodell „Buick 401 Nailhead“ sowie der teilweise recht komplizierten Einbauten begann die für den Winter angesetzte Überholung der betriebswichtigen Komponenten. Sowohl der Fahrmotor der guten alten Nato Ziege (Ford G398) als auch der Windenmotor verweigerten ihren zuverlässigen Dienst und so mussten erst einmal Ersatzteile beschafft werden. Danke des Internets sind auch amerikanische Ersatzteile schnell zu beschaffen und nachdem ein neuer und größerer Vergaser bei M&F in Kiel bestellt wurde waren die größten Hürden schon genommen und der 6,6Liter V8 der Winde schüttelte sich nach langer Pause die ersten Umdrehungen aus der Kurbelwelle. Weitere Arbeiten wie eine neue Benzinpumpe, Einstellarbeiten an der Zündung, Ölwechsel an Motor und Getriebe, Schmierdienste an den beweglichen Teilen u.s.w. konnten bis zur Jahresnachprüfung erledigt werden und so stand pünktlich zum Saisonbeginn die Winde bereit zur Begutachtung vor dem Windenschuppen. Unsere Prüferin hat penibel alle signifikanten Punkte geprüft und grünes Licht für die Betriebsaufnahme gegeben.

Am Ostersamstag war es dann soweit. Der erste Schlepp mit der SW6008 wurde vorbereitet und das Team aus dem Fluglehrer Klaus Merz und dem erfahrensten Windenfahrer des Vereins Hans-Heinrich Severloh machten sich bereit. Stefan Nitt erledigte alle Vorbereitungen, führte die letzten Checks an der Technik durch und übergab die Winde dann an Hans-Heinrich. Aufgeregt verfolgten die Anwesenden wie sich das Seil zwischen Winde und Flugzeug langsam straffte und mit dem Befehl „Seil straff, fertig!“ wurde unser Zugvogel IIIb sicher und stabil in die Luft befördert. Klaus Merz gab über Funk durch das der Schlepp perfekt verlaufen sei und so wurde dann auch gleich der nächste vorbereitet. Diesmal wollte es Stefan selber ausprobieren und mit dem schwersten Flugzeug in der Vereinsflotte erfolgte der zweite Start an der neuen Winde. Auch dieser verlief sehr erfreulich und es zeigte sich das die Winde mit dem etwa 300PS starken Motor auch mit dem Doppelsitzer IS28B2 keinerlei Schwierigkeiten hat und so konnte die 500m Marke bei der Ausklinkhöhe mehrfach weit übertroffen werden. Im laufe des Tages wurden dann weitere Schlepps in verschiedenen Konfigurationen unternommen und Karsten Severloh durfte dann auch den ersten Seilriß an der neuen Winde meistern. Nach Begutachtung des Bruchstelle wurde dann entschlossen die beiden bereits 8-10 Jahre alten Seile zu tauschen und die Winde dazu vollständig als Reserve oder Erweiterungswinde auszurüsten um zwei wirklich autarke System vorhalten zu können.

Der Verein blick nun entspannt auf die kommende Saison und freut sich auf die kommenden Lehrgänge und Gastfluglager. Einen besonderen Dank möchte der Verein dem LVI-Repke ausprechen dessen Mitglieder Ralf Köllner und Dietmar Kirste jederzeit mit gutem Rate zur Verfügung standen und ihr Wissen über die SW6008 bereitwillig geteilt haben.

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